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Hallo Helmut,
Wie ich Dir bereits im Gästebuch geschrieben habe, war ich einer der letzten beiden E-Mixer auf Fische. Der andere war Matjias Harms aus Rhede, mit dem ich auch meine Grundausbildung in der Admiral Brommy Kaserne genossen hatte. Die Technische Marineschule in Brake gibt es seit geraumer  Zeit nicht mehr, nur das Wachhaus und die Eingangsmauer sind noch erhalten. (Ich war letztes Jahr nach 16 Jahren auf der Durchfahrt durch Brake und es war schon eine schwierige Suche nach einer abgerissenen Kaserne, an die sich auch viele befragte Braker nicht erinnerten.)
Das war für mich sehr erschütternd und daran habe ich mal wieder erkannt das alles endlich ist.

Jürgen Schrudde berichtet:


Aus  meiner Marinezeit
Nachdem ich auf Brake fertig war. War es logisch, dass Ich auf einer damals
neuen Fregatte der Bremen Klasse oder auf einen Zestörer der Hamburg Klasse
komme. (alle Kumpel auf´m Pütt die bei der Marine gedient hatten, waren auf
diesen und sehr begeistert. Mensch wo die überall waren und mehr Geld gab es
als W15er dort auch. Die Kameradschaft und die moderne Technik - man hatte zwar
keine Ahnung - durfte aber überall dran rumschrauben.
Und die vielen Leute die man kennenlernt und WHV ist ja auch sozusagen für´n
Ruhri Heimatnah.
Ich kann mich noch gut an den Tag erinnern wo beim Apell die Namen und die
Kommandos aufgerufen wurden, mit den dazu gehörigen Häfen. "Matrose Schrudde

S
M Boot Fische, Olpenitz". Ich wußte weder was ein SM Boot war, noch wo Olpenitz
liegt. Harms ging es genauso. Ich sagte zu Harms: "Hör mal, mach dich mal schlau
wo dat liegt. Ich selber übernahm die Aufgabe mich um das Sado Maso Boot zu
kümmern. Ich hatte keine Ahnung und war immer der Meinung bei der Marine
gibts 80% Fregatten und Zerstörer und der Rest ist für Z-Grabstein.

Als Vertrauensmann meines Blockes war es kein Problem mit unserem
Kapitänsleutnant Zeiher die Sachlage zu errötern. Ich war schockiert. Als ich
Harms wieder auf der Stube traf, haute es mich fast um, als er sagte "Besorg
Dir ein Dänisch Lexikon, nur Flensburg-Mürwick ist weiter." Ich saach: "Harms
setz Dich hin. Wir kommen auf ein dreißig Jahre altes Holzboot welches im
Okt.1989 ausser Dienst gestellt wird, unsere Aufgabe wird darin bestehen
aufzupassen, das Fische nicht von der Pier geklaut wird. Was wir dann bis
12.89 machen konnte mir der Alte auch nicht sagen, vermutlich
Schreibstube."
Das Deprimierenste war dann im Januar 1989 der Sammeltransport
von WHV nach Olpenitz. Ich war noch nie in Schleswig-Holstein. Süderbarup war
für mich ein Phantasiename aus einem Bröselwerner comic (SV Süderbarup-Holzbein Kiel),
doch es gab ihn wirklich. Und die hatten sogar einen Bahnhof, naja als
Bahnhof würde ich das nicht bezeichnen aber der Zug hielt dort an. Umsteigen  i
n
Y-Reisen war angesagt. Der Bus fuhr durch eine Landschaft die selbst
van Gogh inspiriert hätte, aber keinen 20-jährigen Jugendlichen aus der
Ruhrgebietsmetropole. Die Metropole die die da hatten war Kappeln. Sozusagen
ein Kulturschock. Aber der Bus fuhr weiter und streifte Olpenitzdorf.
Ja , da stand wirklich Dorf auf einem Verkehrsschild. .Bei uns im Revier
nannte man sowas Bauerngehöft.
Harms und Ich guckten uns an, und da Harms von Anfang an ein Maßband hatte
(Helmut ,Du weißt schon letzte Tage zählen und so...) war für uns klar
Versetzungsgesuch ist die einzigste Rettung... Haben wir auch gemacht. In der
Komandatur.
Nachdem wir auf M1096 herzlich aufgenohmen wurden und uns andere
W15er ihre Versetzungsgesuche (und das waren einige) gezeigt hatten, war für uns
klar "Einmal Olposibirsk immer Olposibirsk"


(Fortsetzung folgt)









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